Für 100–200 Ah, kurze Fahrten, Solar als Stütze. Zuverlässig, günstig und für viele Ausbauten völlig ausreichend.
Grenze: Bei 330 Ah sind 30 A nur 0,09 C. Für Induktion und kurze Etappen zu wenig.
Ladebooster
Der Ladebooster löst ein Problem, das ein Trennrelais offen lässt: Er lädt die Bordbatterie während der Fahrt mit geregeltem Strom und passender Kennlinie — auch dann, wenn die Lichtmaschine oder eine lange Leitung es sonst nicht zulassen. Diese Seite zeigt, wann welcher Ladestrom passt, welcher Querschnitt dazugehört — und welches Gerät in welcher Klasse sinnvoll ist. Der Gerätevergleich weiter unten ordnet 30, 60 und 90 A sowie die wichtigsten Geräte ein.
Ein Trennrelais verbindet Starter- und Bordbatterie direkt, sobald der Motor läuft. Damit ist der Ladestrom nicht geregelt: Er stellt sich aus dem Spannungsunterschied und dem Widerstand der Leitungen ein. Das funktioniert, solange die Bordbatterie eine Bleibatterie ist und die Leitung kurz — beide Batterien vertragen die entstehende Spannungslage.
Ein Ladebooster setzt dazwischen ein eigenes Ladegerät: Er nimmt die Spannung der Lichtmaschine und gibt sie mit einer Ladekennlinie auf einem eingestellten Niveau an die Bordbatterie weiter. Das ist mehr als Bequemlichkeit — es ist bei LiFePO4 die Voraussetzung dafür, dass die Batterie überhaupt voll wird und die Lichtmaschine nicht überlastet.
Ein Booster ersetzt keine Sicherung und keinen Querschnitt: Er begrenzt seinen Ausgangsstrom, seine Zuleitung von der Starterbatterie führt aber weiterhin den vollen Eingangsstrom plus Verluste. Gerechnet wird die Zuleitung mit dem Eingangsstrom.
Der Ladestrom bestimmt, wie viel Fahrzeit eine leere Bordbatterie braucht. Die Rechnung ist einfach: Kapazität geteilt durch Strom — 100 Ah mit 30 A sind gut drei Stunden, mit 50 A zwei. Dazu kommt die Konstantspannungsphase am Ende, in der der Strom von selbst sinkt und die letzten Prozent langsamer fließen; praktisch landen 100 Ah deshalb bei etwa vier Stunden mit dem 30-A-Booster und gut zweieinhalb mit dem 50-A-Gerät.
Gegen den größeren Booster sprechen nicht die Kosten allein: Der Ladestrom muss zur Batterie passen (LiFePO4-Datenblätter nennen häufig 0,3 bis 0,5 C als Dauerstrom, also 30 bis 50 A bei 100 Ah; AGM/Gel liegen bei 0,1 bis 0,2 C), zur Lichtmaschine und zur Zuleitung.
Die Faustregel, die aus beidem folgt: Der Booster darf den Ladestrom der Batterie ausschöpfen, aber nicht überfordern. Wer dauerhaft mit 50 A in eine 100-Ah-Batterie lädt, fährt am oberen Rand des Datenblattwerts — wer mit 30 A lädt, liegt sicher darunter und braucht eine Querschnittsstufe weniger. Die folgende Gegenüberstellung zeigt, was das für Fahrzeit und Leitung bedeutet.
| Ladestrom | Fahrzeit für 100 Ah ab leer | Kabelquerschnitt ab 4 m | Kabelquerschnitt ab 6 m |
|---|---|---|---|
| 20 A | etwa 6 Stunden | 10,0 mm² | 16,0 mm² |
| 30 A | etwa 4 Stunden | 16,0 mm² | 25,0 mm² |
| 50 A | etwa 2,5 Stunden | 25,0 mm² | 35,0 mm² |
Fahrzeiten mit Aufschlag für die Konstantspannungsphase (die letzten 20 bis 30 % Füllstand fließen langsamer) und ohne Solar-Ertrag während der Fahrt; bezogen auf 100 Ah nutzbare Kapazität (LiFePO4). Bei AGM halbiert sich die nutzbare Menge. Die Querschnitte stammen aus der Bemessungstabelle unten — dieselbe Rechnung für dieselben Ströme.
Die Zuleitung zum Booster ist der anspruchsvollste Teil der Anlage: Sie führt den vollen Ladestrom über die größte Strecke im Fahrzeug und darf dabei nur wenige Prozent Spannung verlieren. Gerechnet wird mit zwei Grenzen — der Strombelastbarkeit der Leitung (DIN VDE 0298-4 mit einem Derating von 0,7 für Bündelung und Wärme im Motorraum) und dem Spannungsfall als Planungsgrenze (3 % der Nennspannung). Maßgeblich ist das größere der beiden Ergebnisse.
| Ladestrom | Länge (einfach) | Querschnitt | Spannungsfall | Sicherung | Bestimmt durch |
|---|---|---|---|---|---|
| 30 A | 2 m | 10,0 mm² | 1,7 % | 30 A | Strombelastbarkeit |
| 30 A | 4 m | 16,0 mm² | 2,2 % | 30 A | Spannungsfall |
| 30 A | 6 m | 25,0 mm² | 2,1 % | 30 A | Spannungsfall |
| 50 A | 2 m | 25,0 mm² | 1,1 % | 50 A | Strombelastbarkeit |
| 50 A | 4 m | 25,0 mm² | 2,3 % | 50 A | Strombelastbarkeit |
| 50 A | 6 m | 35,0 mm² | 2,5 % | 50 A | Spannungsfall |
Fortsetzung: Bei 30 A über 8 m fordert die Rechnung 25,0 mm², bei 50 A über 8 m 50,0 mm². Alle Werte sind Normgrößen der Reihe 1,5 bis 70 mm²; ist mehr nötig, meldet der Planer das statt zu runden.
Die Spalte „Bestimmt durch" ist die eigentliche Lehre der Tabelle: Bei kurzen Leitungen und hohem Strom entscheidet die Strombelastbarkeit, ab einer gewissen Länge der Spannungsfall. Wer nur nach Tabellen für „30 A = soundsoviel mm²" verlegt, übersieht genau den Fall, in dem die Länge den Querschnitt diktiert — 30 A über 2 m brauchen 10,0 mm², über 6 m dagegen 25,0 mm².
Dieselbe Überlegung erklärt, warum ein Booster an der Heckgarage teurer wird als einer hinter dem Fahrersitz: Es ist nicht das Gerät, es ist der Kupferquerschnitt.
Die Plusleitung von der Starter- oder Bordbatterie zum Booster ist eine Leitung an einer Quelle mit sehr hohem Kurzschlussstrom. Sie wird deshalb an ihrem Anfang abgesichert — so nah wie möglich an der Batterie, im Modell höchstens 20 cm entfernt. Der Booster selbst schützt diese Leitung nicht: Seine Eingangssicherung wäre im Fehlerfall stromabwärts der Fehlerstelle.
Die Sicherungsgröße folgt der Leitung, nicht dem Booster: Sie muss über dem Betriebsstrom des Boosters liegen und unter dem, was die Leitung dauerhaft führen kann. Für Dauerlast ist eine Reserve von etwa 25 % üblich; die konkrete Sicherung muss zur Leitung passen. Die größte zulässige Sicherung je Querschnitt im Modell dieser Auslieferung: 16 mm² bis 40 A, 25 mm² bis 63 A, 35 mm² bis 63 A.
| Querschnitt | Größte zulässige Sicherung | Passender Ladestrom (Beispiel) |
|---|---|---|
| 10,0 mm² | 32 A | 30 A (kurze Leitung) |
| 16,0 mm² | 40 A | 30 A |
| 25,0 mm² | 63 A | 50 A |
| 35,0 mm² | 63 A | 50 A (lange Leitung) |
Modellwerte aus `lib/electrical.ts` (Belastbarkeit × Derating, auf die Normgrößen der Sicherungsreihe abgebildet). Die Spalte „größte zulässige Sicherung" ist die Obergrenze, nicht automatisch die richtige Dauerlast-Sicherung; für Dauerlast etwa 25 % Reserve einplanen. Das Abschaltvermögen der Sicherung muss zum Kurzschlussstrom der Batterie passen — bei LiFePO4-Bänken regelmäßig mindestens MRBF oder Class T, nicht die Flachsicherung. BMS und Datenblatt der konkreten Batterie prüfen.
Die Sicherung an der Quelle schützt die Leitung, die Sicherung am Batteriepol der Bordbatterie schützt die Leitung zwischen Booster und Batterie — denn die Bordbatterie speist den Kurzschlussstrom in diese Leitung. Jede Leitung wird an ihrem Anfang abgesichert.
Die Ausgangsseite ist mit der Bordbatterie verbunden und liegt auch im Stand an Batteriespannung. Die Absicherung am Batteriepol schützt die Leitung gegen den Kurzschlussstrom der Bordbatterie; sie ist kein Personenschutz.
Zwei Messungen entscheiden, ob die Anlage das tut, was die Rechnung verspricht — beide mit einem Multimeter und beide im Betrieb, nicht im Stand.
Arbeiten an der Fahrzeuganlage nur bei abgeklemmter Starterbatterie, und Arbeiten an 230-V-Anlagen ausschließlich durch eine Elektrofachkraft. Die 12-V-Seite dieser Seite ersetzt keine Fachplanung, sie macht die Rechenwege nachvollziehbar.
Vergleich // 30 bis 120 A
30 A, 60 A, 90 A oder zwei Geräte parallel? Die Amperezahl ist nur die halbe Entscheidung. Die andere Hälfte ist die Frage, ob deine Lichtmaschine den Eingangsstrom dauerhaft liefert, ob dein Fahrzeug ein D+-Signal hat und ob du bereit bist, die Leitungen neu zu dimensionieren.
Ich habe meinen eigenen Ausbau von 30 A auf 90 A umgestellt und dabei sieben Konzepte verglichen. Dieser Abschnitt ist keine Kaufberatung und keine Messreihe. Er ist meine Rechnung — mit Herstellerdaten, Preis-Momentaufnahmen und dem, was in Foren tatsächlich berichtet wird. Die Geräte habe ich nicht alle selbst getestet; ich fahre den Votronic. Wo die Datenlage dünn ist, steht das dabei.
Für 100–200 Ah, kurze Fahrten, Solar als Stütze. Zuverlässig, günstig und für viele Ausbauten völlig ausreichend.
Grenze: Bei 330 Ah sind 30 A nur 0,09 C. Für Induktion und kurze Etappen zu wenig.
Für 200–400 Ah ohne großen Wechselrichter. Kühlschrank, Licht, Laptop, Kaffeemaschine — dafür ist diese Klasse gebaut.
Grenze: 60 A sind an 330 Ah 0,18 C. Im Winter mit Induktion fehlt die Reserve.
Für 300–600 Ah und hohe Verbraucher. Ein Gerät, ein Kabelweg, 0–75 A drosselbar. Genau die Reserve, die ich wollte.
Grenze: 25/35 mm², Luft für den Lüfter und ein sauberer D+-Anschluss sind Pflicht.
Für Expeditionsmobile, 24-V-Systeme und große Lithium-Bänke. Sterling BB12120 oder Victron Buck-Boost 100 A.
Grenze: teuer, aufwendig, und die Lichtmaschine muss die Eingangsleistung wirklich liefern.
Die Wege unterscheiden sich nicht nur im Ladestrom. Sie unterscheiden sich darin, wie viel Verkabelung, Abstimmung und Reserve sie mitbringen. Die Preise sind Straßenpreise oder Herstellerpreise, Stand 23.10.2026, inklusive MwSt. Es sind Momentaufnahmen, keine Live-Preise.
Victron Orion-Tr Smart 12/12-30, Schaudt WA 121525, ECTIVE BB30 oder Votronic VCC 1212-30. Der Orion ist der flexibelste Einstieg: Bluetooth, kein D+ nötig, parallel schaltbar. Seine Klemmen enden bei 16 mm².
Victron erlaubt den Parallelbetrieb ausdrücklich. In der Praxis verteilt sich die Last aber nicht von selbst. Gleiche Leitungslängen, ein gemeinsamer Abgreifpunkt und eine stillgelegte EBL-Ladung sind Pflicht; die Lichtmaschine muss den doppelten Eingangsstrom tragen.
Der ECTIVE BB 60 ist der Preis-Leistungs-Kandidat: 90–560 Ah, D+, vier LiFePO4-Spannungen, ECE R10. Für 200–400 Ah ohne großen Wechselrichter eine runde Sache. Darüber fehlt die Reserve.
Der Schaudt WA 121545 kann 45, 55, 63 oder 70 A. 80–700 Ah, 93 % Wirkungsgrad, Temperaturfühler im Lieferumfang. Lithium lädt er mit festen 14,4 V. Das ist sicher, aber weniger flexibel als 13,9–14,6 V.
Der Votronic VCC 1212-90 liefert 90 A, lässt sich auf 75 A drosseln und deckt 150–600 Ah ab. Vier LiFePO4-Programme, Temperaturfühler im Lieferumfang, D+ oder Spannungserkennung. Braucht 25/35 mm² und Luft.
Sterling Saturn BB12120 oder Victron Buck-Boost 100 A. Der Sterling nennt 120 A und 1.620 W; im Handbuch stehen 110 A bei 14,41 V. Der Buck-Boost ist programmierbar und für gewachsene Victron-Systeme gedacht. Beide verlangen dicke Kabel und eine starke Lichtmaschine.
Büttner MT BCB (30/30/20 bis 60/40/40: Booster plus 230-V-Lader) oder Renogy DC/DC mit MPPT (50 A gesamt). Platzsparend und aufgeräumt, aber mit eigenen Grenzen: Büttner endet bei 60 A, Renogy teilt die 50 A zwischen Solar und Lichtmaschine auf.
Die Tabelle ist der schnelle Überblick. Die Karten darunter erklären die vier Geräte, die für mein Setup wirklich in Frage kamen. Weitere Konzepte folgen kompakt. Alle Preise sind inklusive MwSt. und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
| Gerät | Ladestrom | D+ | Preis ab | Was auffällt |
|---|---|---|---|---|
| Victron Orion-Tr Smart 12/12-30 | 30 A | nein | ab ca. 168 € | 16-mm²-Grenze; parallel möglich, Lastverteilung ungleich |
| ECTIVE BB 60 | 60 A | ja | ca. 260 € | 90–560 Ah; vier LiFePO4-Spannungen; ECE R10 |
| Schaudt WA 121545 | 45–70 A | ja | 575 € | 80–700 Ah; Lithium fest 14,4 V; teuer pro Ampere |
| Votronic VCC 1212-90 | 90 A | optional | ca. 501 € | 150–600 Ah; 0–75 A drosselbar; 25/35 mm² |
| Sterling Saturn BB12120 | 110–120 A | nein | ca. 711 € | 35 mm²/150 A; Herstellerangaben nicht konsistent |
| Renogy 50 A DC/DC mit MPPT | 50 A gesamt | IGN | ca. 210 € | 25 A je Quelle im Hybridbetrieb; 11,5-V-Schwelle |
| Büttner MT BCB | 20–60 A + 230 V | ja | ca. 702 € | 3-in-1; EBL-Einschränkung; kein 90-A-Modell |
| Victron Buck-Boost 100 A | 100 A | programmierbar | ca. 795 € | für Victron-Systeme; sonst überdimensioniert |
| Ungebrandeter Import | 110–120 A (angeblich) | je nach Gerät | ca. 180 € (beobachtet) | keine Prüfbarkeit; Support und Rücksendung praktisch schwer durchsetzbar — die gesetzliche Gewährleistung bei Kauf in Deutschland bleibt bestehen |
Die Tabelle bewertet keine Geräte mit Sternen. Sie nennt Daten, Preise und die Punkte, an denen ich hängen geblieben bin. Für die Preise gilt: Händlerpreise schwanken, Aktionen sind eingerechnet, UVP ist nicht gleich Straßenpreis.
Victron Energy
Der kleinste sinnvolle Einstieg. Kompakt, per Bluetooth konfigurierbar und ohne D+ nachrüstbar. Für 100–200 Ah und kurze Fahrten eine saubere Lösung. Bei 330 Ah und Induktion ist er mit 0,09 C überfordert.
Die 16-mm²-Klemmen sind die harte Grenze. Wer 60 A will, braucht zwei Geräte, zwei Zuleitungen und zwei Sicherungen — nicht einfach ein dickeres Kabel.
ECTIVE
Der Preis-Leistungs-Kandidat. 60 A an 330 Ah sind 0,18 C; für ein Setup ohne großen Wechselrichter reicht das. Vier LiFePO4-Spannungen, D+ und eine solide Ausstattung zu einem Preis, der nicht nach Experiment aussieht.
D+ muss vorhanden sein oder über einen Simulator kommen. Die Produkthistorie ist jünger als bei Schaudt oder Votronic — das ist kein Qualitätsurteil, sondern eine Datenlage.
Schaudt / Lippert
OEM-Qualität, in vielen Reisemobilen ab Werk. 70 A an 330 Ah sind 0,21 C. Wer mit 14,4 V konstant leben kann, bekommt ein solides Gerät mit Temperaturfühler und klarer D+-Steuerung.
Wer 14,6 V für seine Zellen braucht, ist hier falsch. Preis pro Ampere: rund 8,20 € bei 70 A — deutlich über dem Votronic.
Votronic
Mein Gerät. 90 A an 330 Ah sind 0,27 C; mit 75 A Drosselung bleiben 0,23 C. Ein Gerät, ein Kabelweg, ein Temperaturfühler. Der Preis ist nicht der billigste, aber gegenüber zwei Orion plus Verkabelung auch kein Ausreißer.
Der 90er braucht 25/35 mm² und Luft. Wer die alten 16-mm²-Kabel vom 30-A-Booster behält, hat das eigentliche Problem — nicht das Gerät.
60 A für rund 300–450 € plus Verkabelung. Victron erlaubt es, aber die Last verteilt sich nicht von selbst. Gleiche Leitungslängen, ein Sternpunkt und eine stillgelegte EBL-Ladung sind Pflicht.
3-in-1 aus 230-V-Lader und Booster, 30/30/20 bis 60/40/40. Beim 40/40/30 muss in Fahrzeugen mit EBL auf 30 A begrenzt werden; der 30/30/20 braucht ein Hochlastrelais. Einen 90-A-Booster gibt es nicht.
50 A sind die Gesamtleistung über beide Quellen. Im Hybridbetrieb liefert jede Quelle maximal 25 A. Wer 50 A aus der Lichtmaschine erwartet, während Solar läuft, wird enttäuscht.
Die Produktseite nennt 120 A und 1.620 W; das Handbuch nennt 110 A bei 14,41 V. Beides ist nicht dasselbe. In Deutschland kostet das Gerät rund 711–747 €. Ein deutscher BB12120-Einbaubericht war nicht auffindbar.
100 A, programmierbar, ab ca. 795 €. Für ein gewachsenes Victron-System mit Monitoring interessant. Für eine einfache Nachrüstung ist es zu teuer und zu komplex.
Der 180-€-Fund, den ich nicht genommen habe. Ich habe Angebote gesehen, die äußerlich und laut Datenblatt einem 110–120-A-Wandler entsprechen, für rund 180 €. Rechnerisch war das das günstigste Angebot im ganzen Vergleich.
Ich habe es trotzdem nicht genommen. Ich konnte Datenblatt, Firmware und Dauerleistung nicht prüfen, hatte keinen Ansprechpartner und im Fehlerfall keine realistische Rücksendung. Das war eine Risikoentscheidung, keine technische. Einen unabhängigen Test zu diesen Geräten habe ich nicht gefunden; die Aussage bleibt deshalb meine Beobachtung, kein Messergebnis.
Nischenwissen // Foren
Foren sind keine Messlabore. Aber sie zeigen Fälle, die in keinem Datenblatt stehen: zwei Geräte, die sich die Last nicht teilen; ein Booster, der bei Euro 6 immer wieder abschaltet; eine Lichtmaschine, die bei 90 A an ihre Temperaturgrenze kommt. Ich habe die Threads gelesen und auf das reduziert, was sich wiederholt.
Victron schreibt im Datenblatt, dass sich beliebig viele Orion parallel schalten lassen. In der Praxis berichten Nutzer, dass im Teillastbetrieb nur ein Gerät die Arbeit macht. Die Erklärung im Victron-Forum: Der Booster regelt seine Ausgangsspannung; kleine Toleranzen entscheiden, welches Gerät zuerst in die Strombegrenzung läuft. Abhilfe sind gleiche Leitungslängen, ein anderer Abgreifpunkt und ausreichender Querschnitt — keine Einstellung. Thread, Einbaubericht.
Intelligente Lichtmaschinen regeln die Spannung fahrzustandsabhängig. Reine Spannungserkennung kann den Booster abschalten lassen, obwohl der Motor läuft. Der Orion hat keinen D+-Eingang; Schaudt und ECTIVE verlangen D+; Votronic kann D+, Zündung oder Spannung. Wer Euro 6 fährt, sollte die Steuerleitung genauso planen wie den Querschnitt. Fallbericht Ducato, Sprinter-Forum.
Ein 90-A-Booster zieht eingangsseitig rund 100 A, plus Fahrzeuglast. In einem Segelforum drosseln Nutzer einen VCC 1212-90 an einer 90-A-Lichtmaschine bewusst auf 60–65 A, weil die Lima bis 100 °C warm wird. Ein 70-A-Votronic an einer 180-A-Lima läuft seit zwei Jahren mit 71 A. Die Kombination muss zur Lichtmaschine passen, nicht nur zur Batterie. Segeln-Forum, Sprinter-Forum.
Das Handbuch ist eindeutig: Im Hybridbetrieb liefert jede Quelle maximal 25 A, die Gesamtleistung bleibt bei 50 A. Ein Nutzer im DIY-Solarforum beschreibt genau das: Bei Solarertrag kommen aus der Lichtmaschine keine vollen 50 A. Wer beides gleichzeitig braucht, muss die Aufteilung verstehen, bevor er kauft. Handbuch, Thread.
Die Marke hat in deutschen Foren einen guten Ruf. Der belastbarste Langzeitbericht, den ich fand, betrifft aber den 1212-70 an einer 180-A-Lima und 260 Ah LiFeYPO4: zwei Jahre, 71 A, 35 mm². Zum 90er gibt es Kurzberichte und viele Fragen, aber keine unabhängige Messreihe. Das ist kein Warnsignal — nur eine ehrliche Datenlage. Langzeitbericht 70 A, Kurzbericht 90 A.
Die Produktseite nennt 120 A und 1.620 W; das Handbuch nennt 110 A bei 14,41 V. Für die Praxis ist beides viel Leistung, für den Vergleich ist die Abweichung relevant. In Deutschland kostet das Gerät rund 711–747 €. Einen deutschen BB12120-Einbaubericht habe ich nicht gefunden — die Erfahrungsdecke ist dünn. Herstellerseite, Preis.
Mein Ausbau hat 330 Ah LiFePO4, ein Induktionskochfeld über Wechselrichter, Solar auf dem Dach und ein Euro-6-Basisfahrzeug mit geregelter Lichtmaschine. Angefangen habe ich mit einem Victron Orion-Tr Smart 12/12-30. Der lief einwandfrei. Die Rechnung ging trotzdem nicht auf.
30 A an 330 Ah sind 0,09 C. Zwei Stunden Fahrt bringen damit grob 0,8 kWh in die Batterie; ein Induktionskochfeld braucht je nach Nutzung 1–2 kWh am Tag. Abends kochen, zwei Stunden fahren, morgens kaum höher — das war keine Einbildung, sondern Mathematik.
Die Alternativen habe ich ehrlich gerechnet. Zwei Orion parallel hätten 60 A gebracht, aber zwei Geräte, zwei Kabelwege, zwei Sicherungen und die Lastverteilung gekostet. Der ECTIVE BB 60 war der härteste Konkurrent: 60 A für 260–292 €, 0,18 C an meiner Batterie. Der Schaudt WA 121545 hätte mit 70 A fast gereicht, kostet aber 575 € und lädt Lithium mit festen 14,4 V. Der Sterling BB12120 wäre mit 110–120 A die stärkste Option gewesen, aber die Herstellerangaben sind nicht konsistent und die deutsche Erfahrungslage für genau dieses Modell ist dünn.
Geworden ist es der Votronic VCC 1212-90. Mein Kaufpreis lag bei 380 €, der Straßenpreis aktuell bei 500–555 €. 90 A an 330 Ah sind 0,27 C; mit der Drosselung auf 75 A bleiben 0,23 C. Ich wollte die Reserve für den Winter, aber nicht dauerhaft am Limit der Lichtmaschine fahren. Genau dafür ist die Drosselung da.
C-Rate = Ladestrom geteilt durch Kapazität. Die Bänder sind Herstellerangaben, keine Norm. Das Datenblatt und das BMS deiner Batterie gelten.
Ich habe den Ladestrom nicht mit einer Stromzange gemessen. Die Zahlen in diesem Abschnitt sind Herstellerangaben und Rechnung. Wer nachmisst, sieht häufig weniger, weil Temperatur, Spannungsfall und Batteriezustand dazwischenkommen. Genau deshalb stehen die Annahmen hier offen.
Der Rechner ist eine Faustregel, keine Auslegung. Er zeigt dir, in welchem C-Fenster deine Batterie liegt, welche Geräteklasse daraus folgt und wie stark die Lichtmaschine dabei belastet wird. Er empfiehlt kein Produkt und verkauft nichts.
Der Rechner ist bewusst konservativ. Er ersetzt weder das Datenblatt deiner Batterie noch die Prüfung der Lichtmaschine. Wenn die Last über 80 % liegt, ist das ein Prüfauftrag, keine Freigabe.
Rechne mit 0,2–0,3 C bei Blei und 0,3–0,5 C bei LiFePO4. 330 Ah LiFePO4 vertragen 99–165 A; 90 A liegen mit 0,27 C mitten im Fenster. Große Verbraucher verschieben die Entscheidung nach oben, Solar nach unten.
Ein 90-A-Booster zieht rund 100 A Eingangsstrom plus Fahrzeuglast. Eine 180-A-Lima hat Reserve; eine 90-A-Lima nicht. Prüfe Nennstrom, Leerlaufdrehzahl und die bestehende Verkabelung, bevor du bestellst.
Bei Euro 6 ist D+ oder ein Zündsignal die zuverlässigere Steuerung. Der Orion kommt ohne D+ aus, Schaudt und ECTIVE verlangen es, Votronic kann beides. Reine Spannungserkennung ist kein Ausschlusskriterium, aber ein Risiko.
Der Querschnitt folgt der Leitung, nicht dem Gerät. Beim Votronic 90 sind 25 mm² bis 6 m und 35 mm² bis 9 m vorgesehen; der Orion endet bei 16 mm². Sicherungen gehören an den Batteriepol, nicht an den Booster.
Ein einzelner 60–90-A-Booster ist ein Gerät. Zwei parallel, ein Kombigerät mit EBL oder ein Import ohne Support sind Projekte. Der Aufwand ist kein Argument gegen das Projekt — aber er gehört in die Rechnung.
Preisstand: 23.10.2026. Alle Preise inklusive MwSt., sofern der Händler nichts anderes angibt. Es sind Momentaufnahmen, keine Live-Preise. Diese Seite enthält keine Affiliate-Links und keine Shop-Empfehlung. Herstellerdaten stammen aus den verlinkten Handbüchern; Forenstimmen sind als solche gekennzeichnet und keine Messwerte.
Hinweis zur Datenlage: Die Geräte wurden nicht unter identischen Bedingungen gemessen. Die Preisvergleiche sind keine Angebote, die Forenzitate sind keine Tests. Wer eine Kaufentscheidung trifft, sollte Datenblatt, BMS, Lichtmaschine und die eigene Verkabelung prüfen — nicht nur diese Seite.
Das hängt an der Bordbatterie und der Lichtmaschine. Bei Bleibatterie, kurzer Leitung und einfacher Anlage kann ein Relais genügen. Sobald LiFePO4 im Spiel ist, die Lichtmaschine spannungsgeregelt arbeitet (Euro 6d und neuer) oder die Leitung lang ist, übernimmt der Booster: Er lädt mit geregelter Kennlinie und begrenztem Strom, statt den Ladestrom dem Spannungsunterschied zu überlassen.
Der Querschnitt folgt aus zwei Grenzen, und die strengere gewinnt. Mit 3 % Planungsgrenze und dem Derating von 0,7 fordert das Modell bei 30 A über 2 m Leitung 10,0 mm² (Spannungsfall der gewählten Leitung 1,7 %), über 6 m 25,0 mm² — und bei 50 A über 4 m 25,0 mm². Maßgeblich ist immer der größere der beiden Werte: Die Strombelastbarkeit fordert bei 30 A dauerhaft mindestens 10,0 mm², der Spannungsfall wächst mit der Länge.
Für eine leere 100-Ah-Batterie braucht ein 30-A-Booster rechnerisch gut drei Stunden Ladestrom — in der Praxis etwa vier, weil die Konstantspannungsphase am Ende langsamer füllt; mit 50 A sind es rechnerisch zwei, praktisch gut zweieinhalb Stunden. 30 A liegt im sicheren Bereich üblicher Datenblattangaben (0,3 C), 50 A am oberen Rand (0,5 C). Wer nur kurze Strecken fährt, gewinnt mit Solar und einem kleineren Booster mehr als mit dem größten Gerät.
Victron erlaubt den Parallelbetrieb für die Orion-Tr-Smart-Reihe ausdrücklich. In der Praxis verteilt sich die Last aber nicht automatisch: Der Booster regelt seine Ausgangsspannung, kleine Toleranzen entscheiden, welches Gerät zuerst in die Strombegrenzung läuft. Gleiche Leitungslängen, ein gemeinsamer Abgreifpunkt, ausreichender Querschnitt und eine stillgelegte EBL-Ladung sind Pflicht. Außerdem verdoppelt sich der Eingangsstrom — die Lichtmaschine muss das dauerhaft tragen.
Nach der Faustregel von 0,3 bis 0,5 C wären das 90 bis 150 A. Praktisch ist die Klasse mit 60 bis 90 A relevant: ECTIVE BB 60, Schaudt WA 121545 und Votronic VCC 1212-70 oder -90. Entscheidend sind zusätzlich die vom Hersteller empfohlene Batteriekapazität, der maximale Ladestrom deines BMS und die Lichtmaschine. Ein 90-A-Booster zieht eingangsseitig rund 100 A plus Fahrzeuglast; eine 90-A-Lima ist damit überfordert.
Nicht bei jedem Fahrzeug, aber bei einer intelligenten Lichtmaschine ist D+ oder ein Zündsignal die zuverlässigere Steuerung. Reine Spannungserkennung kann den Booster abschalten lassen, obwohl der Motor läuft, und beim Rekuperieren wieder zuschalten. Der Victron Orion-Tr Smart hat keinen D+-Eingang und erkennt den Motor über die Eingangsspannung. Schaudt und ECTIVE verlangen D+, Votronic kann D+, Zündung oder Spannung. Für Euro 6 ist D+ die sichere Wahl, wenn dein Fahrzeug es hergibt.
Grob gerechnet: 25–30 A ab etwa 150 €, 60 A ab etwa 260 €, 90 A ab etwa 500 €, 100–120 A ab etwa 711 €. Dazu kommen je nach Fahrzeug 100–300 € für Kabel, Sicherungen, Kabelschuhe und Halterungen. Das ist eine Orientierung, keine Kaufberatung: Die Preise schwanken stark, und ein günstigeres Gerät mit falschem Querschnitt oder fehlendem D+ wird schnell teurer als die Differenz zum nächstgrößeren Modell.
Die Leistung, die in die Bordbatterie fließt, muss die Lichtmaschine liefern — plus Verluste, die als Wärme im Booster bleiben. Die Belastung wird aber berechenbar und begrenzt: Ohne Booster zieht eine leere LiFePO4-Batterie je nach Spannungsabfall einen Strom, den die Lichtmaschine nicht regelt; mit Booster steht der Ladestrom fest und die Lichtmaschine liefert nur die zugehörige Eingangsleistung. Ein Blick auf die Leistungsdaten der Lichtmaschine (üblich 120 bis 180 A bei modernen Fahrzeugen) gehört trotzdem zum Vorhaben.
Inhaltlicher Stand: 2026-10. Keine fachliche Prüfung durch Dritte — Rechenwege, Quellen und Grenzen stehen offen, siehe Über 12V-Planer.
Der 12V-Planer prüft dieselben Zusammenhänge für die ganze Anlage: Querschnitt, Spannungsfall, Sicherung und Energiebilanz je Leitung — und erzeugt daraus die Stückliste. Läuft im Browser, ohne Anmeldung.